Kinderbuch ab 3: Eins, zwei, drei, die Akrobaten

Von
Abgelegt unter
Lesezeit:

2 min

Bis zehn zählen, sich an Reimen und an der Bewegung freuen – ein Pop-up-Buch . Gastbeitrag von Katrin Ruf.

„Oh, wow!“ – das waren die ersten Worte meiner fünfjährigen Tochter, als wir das Buch Eins, zwei, drei, die Akrobaten der beiden Franzosen Anouk Boisrobert und Louis Rigaud zum ersten Mal aufgeblättert haben. Denn gleich war ihr klar, dass das Buch in dem ungewöhnlichen Format – die Form eines Zirkuszeltes – irgendwie anders ist. Tatsächlich ist es unser erstes Pop-up-Buch in unserer Sammlung, abgesehen von sehr viel einfacheren und ramponierten Versionen, die wir in der Stadtbücherei durchgeblättert hatten.

EINS, ZWEI, DREI, DIE AKROBATEN! - Kinderbuch zum Zählen lernen

Die im Buch erzählte Geschichte ist schnell erzählt: Die zehnköpfige Akrobatenfamilie hat ihren Auftritt im Zirkus und formiert sich zu einer beeindruckend hohen Menschenpyramide. Diese lässt der freche Kater Rufus zum (vielleicht geplanten, weil einstudierten?) Einsturz bringen, um sich dann selbst als Basis für eine noch viel tollere zweite und waghalsigere Pyramide feiern zu lassen.

Das Buch traf in vielerlei Hinsicht gerade aktuelle Interessen meiner Tochter:

  • Es geht um Zahlen, die auch neben den einzelnen Etagen der Menschenpyramide abgedruckt sind und somit gesucht werden können.
  • Der dazugehörige Text, der die einzelnen Artisten mit Namen vorstellt ist in kurzen Reimen geschrieben, die so einprägsam sind, dass ich meine Tochter sie schon nach kurzer Zeit nachsprechen höre, als sie das Buch in den folgenden Tagen selbst zur Hand nimmt, durchblättert und bewegt.
  • Auch das Thema vor Publikum auftreten oder eine Vorführung geben ist bei uns gerade immer wieder aktuell, weil wir in den vergangenen Monaten ein paar Kinder-Theateraufführungen besucht haben (im Zirkus waren wir dagegen noch nicht mit ihr).
  • Und die App zur Sendung mit der Maus lieferte auch gleich noch einen passenden Film, der erklärte, wie solche Pop-up-Bilder gemacht werden.

Wir sind mit diesem Buch also in verschiedene Themen tiefer eingestiegen und es macht uns nach wie vor viel Spaß es aufzuschlagen. Es wird sicherlich nicht unser letztes Pop-up-Buch bleiben.

Sogar meinen Mann, Maschinenbaukonstrukteur, hat die ausgeklügelte Falt-Technik begeistert. Unser absoluter Favorit ist der Schluss des Buches, weil sich hier, wenn man die beiden Buchdeckel auf- und zubewegt, die Artisten besonders toll bewegen (siehe Video oder gif). Besonders amüsiert und gefallen hat meiner Tochter hier, dass ganz oben noch zwei Frauen aus einer Art Kiste nach oben schnellen, die dann über den oberen Buchrand hinausragen.

Was meine Tochter außerdem sehr freut: Sie kann die einzelnen Artisten im Buch auch anfassen, denn entgegen meiner ersten Befürchtung verträgt es das Buch durchaus, wenn man – natürlich mit etwas Behutsamkeit – die beweglichen Papierstreifen auch mal selbst anfasst und bewegt. Ob das Buch diesbezüglich allerdings wirklich schon für Kinder ab 3 Jahren geeignet ist, mag ich bezweifeln. Unserer Tochter hätte es mit drei Jahren noch an der nötigen Feinmotorik gefehlt, jetzt hatte sie das perfekt Alter dafür.

Ihr Fazit lautete übrigens: Ein Reim-Klapp-Auf-und-zu-toll-und-gut-ohne-kaputtgeh-Buch!

Dem kann ich mir nur anschließen, ein liebevoll gemachtes Buch, das uns viel Spaß macht.

Das Buch Eins, zwei, drei, die Akrobaten von Anouck Boisrobert und Louis Rigaud ist im Verlag Kleine Gestalten erschienen und kostet 21,90 €. Das vom Verlag empfohlene Alter: ab 3 Jahren. Die ISBN-Nummer lautet 978-3-89955-834-0. Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung eines kostenfreien Rezensionsexemplars.