Datenschutz für Kinder - Podcast-Tipp

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Chaos macht Schule ist ein Bildungsprogramm des Chaos Computer Club. In der aktuellen Forge des Datenschutz Podcast erfahren wir Details über die Arbeit mit Jugendlichen. Hörtipp!

Der Datenschutz Podcast

5 Minuten nachdem ich diesen Podcast gestartet hatte, wusste ich, dass ich einen Blogartikel schreiben würde. Folge 25 des Datenschutz Podcast befasst sich mit „Chaos macht Schule“. In diesem Projekt gehen Mitglieder des Chaos Computer Clubs in Schulen und sprechen mit den Jugendlichen über Datenschutz im Inernet.

Was auf den ersten Blick furchtbar öde klingt, entpuppt sich als hoch spannende Angelegenheit. Aus mehreren Gründen.

Schüler für Privatsphäre sensibilisieren

Klaudia Zotzmann-Koch, Sonja Waldgruber und Dimi erzählen, wie es der CCC schafft, die Jugendlichen so anzusprechen, dass diese einerseits nicht abschalten und andererseits die Bedeutung des Themas verstehen.

Als Beispiel nennen sie peinliche Fotos im Netz. Die Agumentation ist so: Wenn man den Jugendlichen sagt „teile keine peinlichen Fotos auf Social Media“, dann schalten sie innerlich ab, denn das haben sie längst getan, und deshalb kommen alle Ratschläge ohnehin zu spät. Sinnvoller ist es, den Schülern zu erklären, was Online Reputation ist und ihnen dann zu erklären, wie sie mit anderen (unverfänglichen) Bildern die Bedeutung der peinlichen Fotos verringern können.

Klar, mag manch ein Elter bei diesem Gedanken schlucken, aber ich höre hier zum ersten mal einen Tipp, der mit der Lebensrealität von Jugendlichen im 21. Jahrhundert zu tun hat.

Das Grundrecht auf Privatsphäre und wie wichtig das Verhalten von Eltern für die Gesellschaft der Zukunft ist

Vereinfacht ausgedrückt halten Kinder ihren Alltag für normal. Sie kennen es ja nicht anders. Wenn am Wochenende gemeinsam Bundesliga geschaut wird, dann ist das eben so. Wenn es zum Geburtstag immer Schokokuchen gibt, dann ist das eben so. Und wenn beim verlassen des Hauses eine Uhr mit GPS Tracking angelegt wird, das Handy alle Eingaben an die Eltern schickt und die Kamera des Notebooks permanent an ist, dann ist das eben so.

Auch für Kinder gilt das Gundrecht auf Privatsphäre. Wenn Eltern dieses durch Überwachung missachten, werden diese Kinder als Erwachsene Überwachung ebenfalls leichter akzeptieren. Es mag Menschen geben, die genau diese Akzeptanz anstreben. Meinen persönlichen und den Üerzeugungen des Chaos Computer Clubs steht diese Entwicklung aber diametral gegenüber. Und das ist auch einer der Gründe, warum die „Chaos macht Schule“ Mitwirkenden in ihrer Freizeit so viel Energie für die Kinder aufwenden.

Mit Kindern über das Internet reden

Eine Beobachtung, die auch im Datenschutz Podcast wieder bestätigt wird ist: Was Eltern ihren Kindern verbieten, machen die Kinder dann eben bei ihren Freunden. Sei das nun Cola trinken, Fernsehen oder der Zeitvertreib auf YouTubeSnapchatInstagram. Eltern denken manchmal, sie könnten ihr Kind mit einem strengen Internetverbot schützen. Doch das Gegenteil ist der Fall: 

Ein Kind, das mit seinen Eltern gemeinsam das Internet entdeckt, hat Ansprechpartner, sollte es ausversehen etwas Verstörendes entdecken oder Fragen haben. Ein Kind, das heimlich surft, hat eine wesentlich größere Hürde, wenn es Hilfe braucht. Denn es muss nicht nur das Problem schildern, sondern zunächst erstmal beichten, dass es sich nicht an das Verbot gehalten hat.

Kinder und das Internet

Meine Kinder sind mit zwei und fünf Jahren noch zu jung, um sie allein an einen Computer zu lassen. Und darum bin ich wirklich froh, denn je später sie dran sind, um so besser wird das Bildungsangebot für Kinder und Familien, wenn es um den Umgang mit dem Internet geht.

  • Das Buch Netzgemüse von Tanja und Johnny Häusler gibt es schon seit ein paar Jahren, leider habe ich noch nicht geschafft es zu lesen.
  • Patricia Cammarata hat ebenfalls ein Buch zum Thema angekündigt. Sie hat sich schon mehrfach zum Online-Verhalten von Kindern geäußert und hat einen Schwerpunkt bei den Games. Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf, was sie schreiben wird. 
  • Und nun eben noch das Projekt „Chaos macht Schule“. Ich hoffe wirklich, dass das dann auch in Augsburg angeboten wird, wenn es bei uns losgeht... 

Wer weitere tolle Tipps hat, kann sie gerne via Twitter oder E-Mail an mich schicken, dann ergänze ich sie hier noch unter dem Text.