Familie Autofrei - Folge 2

Der 5. Monat ohne eigenes Auto ist vorbei. Und wir stellen fest: Carsharing ist gut für unsere Beziehung.

Familie Autofrei

Wenn wir mit anderen Familien über das Carsharing sprechen, rollen die meistens die Augen. Die können sich nicht vorstellen, ständig die fetten Kindersitze ins Auto ein- und wieder auszubauen. Und ja - das war tatsächlich auch etwas, vor dem ich ein bisschen Bammel hatte. Doch es kam ganz anders.

Die Ungeduld vor dem Aufbruch

Damit ihr das versteht, muss ich ein bisschen ausholen und Euch die Geschichte von meinen Großeltern erzählen. Meine Oma hat keinen Führerschein. Den brauchte sie nie, weil sie viel gelaufen ist und nah an der Bahn gewohnt hat. Nun im Alter ist sie darauf angewiesen, dass Opa sie fährt. Das macht er sehr gerne, weil er als ehemaliger LKW-Fahrer die Straße liebt, sich auskennt, Leute grüßt und den Wagen ausfahren möchte.

Leider ist mein Opa aber auch sehr ungeduldig. Während Oma sich noch die Harre macht, sitzt er schon im Auto und wartet auf sie. Bis Oma mit ihren kranken Beinen die drei Stockwerke herunter gelaufen ist und den Garten durchquert hat, ist Opa schon fast geplatzt vor Spannung. Er lässt den Motor laufen und manchmal hupt er sogar. Und das obwohl es zum Einkaufen in den Supermarkt geht und nicht etwa zu einem dringenden Termin. Meine Oma erträgt das mit stoischer Gelassenheit.

Ich habe die Aufbruchs-Ungeduld von meinem Opa geerbt. Ganz so schlimm, dass ich hupe und den Motor laufen lasse, bin ich nicht. Aber es macht mich wahnsinnig, wenn sich der Aufbruch verzögert. Zum Beispiel wenn alle sich verabschiedet haben und angezogen sind und man dann im Flur noch mal ein Gespräch beginnt. Sowas halte ich nicht aus.

Carsharing Routine mit Kindersitzen

Durch das Carsharing ist es ja so, dass immer einer das Auto holt und einer mit dem kleinen Kind zuhause bleibt. Es hat sich sehr schnell so eingebürgert, dass ich mit dem großen Kind zum Carsharing-Stellplatz laufe oder radle und mein Mann mit dem kleinen Kind zuhause bleibt. Während er sich die Haare macht, räume ich gemütlich im Innenhof die Kindersitze ein, lade den Kofferraum voll und stelle den Fahrersitz ein. Einmal habe ich sogar noch die Scheiben des Carsharing Autos geputzt, weil sie durch das Herbstwetter so verklebt waren.

Die Kinder sausen derweil zwischen Wohnung und Innenhof hin und her, probieren ihre verschiedenen Kinderfahrzeuge aus und überlegen, welche Kuscheltiere auf der Fahrt unbedingt griffbereit sein müssen. Mein Mann kann sich in Ruhe fertig machen und ich bin beschäftigt. Perfekt ist das!

Unsere Starts zu Ausflügen sind nun wesentlich entspannter. Diese Entdeckung hat uns alle überrascht!

Weiterführende Links

blog comments powered by Disqus