Fans machen FROH!

Das unabhängige Gesellschaftsmagazin FROH! finanziert den Druck seiner Ausgaben mit der Aktion „Fananzierung“, bei der die Fans dazu aufgerufen werden, kleine Beträge zu spenden um den Druck zu finanzieren... äh fananzieren. Ein gelungenes Beispiel für modernes Social Media Marketing.

Artikel aktualisiert am 1. März 2015

Was ist FROH!?

Hier zum  FROH!-Magazin Bittesehr.

FROH! ist ein unabhängiges Gesellschaftsmagazin. Die Themen orientieren sich an „besonderen Ereignissen des Jahres“.  Die Macher möchten sich auf die Fragen und Themen dahinter konzentrieren. Die aktuelle Ausgabe dreht sich um Spiel, Sport und Fairness und all den Kram.

Wie geht Fananzieren?

Magazine sind grundsätzlich irgendwie chronisch unterfinanziert und können nur mit ganz viel Liebe, Zeit und Engagement umgesetzt werden. Oder eben mit einem großen Verlag, der einem finanziell den Rücken frei hält. FROH! hat sich für den ersten Weg entschieden und sammelt das Geld für den Druck lieber von den Lesern ein.

Und das geht so: Als Fan von FROH! spendet man einen bestimmten Betrag, der dann in Seiten umgerechnet wird. Eine Druckseite kostet zum Beispiel 150 Euro. Für 50 Euro „bekommt“ man eine Drittel Seite, jeder andere Betrag wird auch gern genommen.

Durch die Fananzierungsrunde bekommt jeder FROH!-Leser das Gefühl, selbst an der Ausgabe mitgewirkt zu haben und freut sich gleich doppelt und dreifach über das neue Magazin im Briefkasten. Darüber hinaus hilft man dabei, ein unabhängiges Medium zu fördern – das allein ist ja schon Grund zum Jubeln.

Fananzierung mit Super SMM

Als Abonnement des FROH! Magazins habe ich am 23. April eine E-Mail bekommen, in der stand, dass eine neue Fananzierungsrunde gestartet ist. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 31 Seiten Fananziert. Dem Empfänger der E-Mail wurde also gleich das Gefühl vermittelt, an einer erfolgreichen Aktion beteiligt zu sein.

Passend zur Fananzierungs-Kampagne haben die Macher von FROH! auch ein Video gedreht. Denn eine Anständige Social Media Kampagne kommt ohne Video heute kaum noch aus: HILF UNS FROH! #8 ZU FANANZIEREN

Am 2. Mai kam wieder eine E-Mail. Die Ankündigung lautete: Morgen gehen wir in den Druck. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 42 Seiten fananziert, was durch eine Grafik verdeutlicht wurde. Noch am gleichen Tag konnte auf Facebook bekannt gegeben werden, dass insgesamt 55 Seiten fananziert sind. Das sind mehr als 1.000 Euro, die allein durch eine E-Mail eingesammelt wurden.

E-Mails von FROH!:

Darauf folgten auf Facebook fast täglich Updates zur Fananzierung und Berichte über den Status in der Druckerei. Ich hatte das Gefühl, dass ich mitgerissen werde. Der Höhepunkt folgte dann am 16. Mai – wieder per Mail. Die FROH!-Release-Party stand an. Wie auch schon bei der letzten Ausgabe des Magazins war ich untröstlich, dass Köln zu weit weg ist von Augsburg, um mal schnell auf ne Party zu fahren. Vielleicht schaffe ich es bei FROH! #9?

Am Abend des 25. Mai stieg dann die FROH!-Release-Party und ich war untröstlich – bis ich dann endlich am Monatsende das Magazin selbst in den Händen halten konnte. Jetzt war alles gut. Noch nie habe ich mich so sehr mit einem Magazin identifiziert...

Und die Moral von der Geschicht?

Endlich angekommen! Meine Ausgabe des FROH! Magazin.

Man kann 15.000 Euro für den Druck eines Magazins einsammeln, wenn man sich Mühe gibt und die Fans gut behandelt. Man muss ihnen etwas bieten und sie mit auf die Reise nehmen. Die Fans sollten das Gefühl haben, Teil von einer Idee zu sein. Dann sind sie auch dazu bereit 50, 100 oder 150 Euro zu spenden - für das Gefühl von echtem Papier in der Hand, für den Geruch von frischer Druckerfarbe und für den einsamen Moment im Lesesessel, der nur einem selbst und dem FROH! Magazin gehört.

Am Ende wird der treue Fan auch dadurch belohnt, dass er nicht nur ein Magazin erhält, sondern dazu auch einen Brief, ein Lesezeichen, ein Spieltagebuch zur Fußball-EM und ein paar Postkarten. Mir bleiben nur noch zwei Dinge zu sagen: #hach und Chapeau!

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