Mein erster richtiger Urlaub seit.... immer!

Erst war ich Student, dann war ich Selbständig - ich hatte also immer irgendwas zu tun. Jetzt bin ich angestellt und habe den ersten echten Urlaub in meinem Leben. Krasse Scheiße.

Als ich im letzten Sommer meine Stelle als Projektleitung in einer Augsburger Agentur übernahm, stellte man mir relativ bald die Frage nach meinen Urlaubsplänen. Mich hat das damals total überfordert, weil ich mir gar nicht erklären konnte, wie man so etwas langfristig plant. Als Familie mit zwei selbständigen Elternteilen, die beide kein Fernweh haben, hatten wir es in der Vergangenheit gerade mal bis nach Österreich oder an die Ostsee geschafft. Immer kurzfristig und immer unter der Vorgabe, dass es eine vernünftige Arbeitsumgebung gibt (also einen ordentlichen Tisch und ein anständiges W-Lan).

Lisa hat UrlaubPlötzlich sollte ich Monate im Voraus Bescheid geben, wann ich denn mit meinen Männern wegfahren möchte. Damals habe ich mich damit rausgeredet, dass ich den Kollegen, die schulpflichtige Kinder haben, den Vortritt lasse. Denn solange unser kleiner Ramsty nur bei der Tagesmutter ist, sind wir terminlich sehr flexibel.

Dann kam der Jahreswechsel und plötzlich war schon Februar. Abgesehen von zwei einzelnen Tagen, die ich mir mal wegen wichtigen Terminen freigenommen hatte, und abgesehen von Weihnachten, hatte ich bis dahin durchgearbeitet. Das machte die Personalabteilung nervös. Zumal sich auch die Überstunden häuften.

Aus Mangel an anderen Ideen schlug ich dann die letzte Aprilwoche als Urlaubswoche vor. Gesagt getan - here we are.

Mir wurde gesagt, ich brauche Urlaub, um mal so richtig anzuschalten. Dabei gehe ich doch ins Büro, um mich von dem Chaos zu Hause zu erholen... Ich konnte mir gar nicht so recht vorstellen, was Urlaub für mich bedeuten würde.

Womit habe ich also die vergangene Woche zugebracht?

Ich habe jeden Tag einen Raum der Wohnung tiefengereinigt (mit Fenstern, Gardinen und Pflanzen umtopfen). Ich habe gebloggt, was das Zeug hält (hier bei meetshaus und hier bei FLR). Ich habe Gulasch gekocht (wollte ich schon ewig mal wieder machen) und Babykram gestrickt (in diesem Jahr kommen bei uns im Freundeskreis 9!!! Babys an). Tatsächlich sind wir in der vergangenen Woche sogar mit den Hochzeitsvorbereitungen voran gekommen und der Garten sieht auch wieder einigermaßen anständig aus.

An die Arbeit habe ich tatsächlich kaum gedacht. Das ist mir erst am Mittwoch aufgefallen. Und erst jetzt wird mir klar, warum Arbeitgeber wollen, dass man jedes Jahr mindestens einmal zwei Wochen am Stück Urlaub nimmt. Ich glaube, dass ein gewisser Abstand auch wieder den Blick für Neues frei macht. Dass angestaubte Strukturen danach bröckeln können und dass der Geist frischer ist.

Ihr gähnt bestimmt alle beim Lesen hier. Aber für mich ist das wirklich neu!

Im Anschluss an meinen Urlaub steht erstmal noch eine Woche re:publica auf dem Programm. Wie ich mich danach an meinem Schreibtisch fühle werde ich vielleicht hier im Blog berichten. Ich bin gespannt, wie es sich anfühlt, hunderte ungelesener Mails zu sortieren, den neuesten Klatsch zu hören und zu erfahren, was unsere Kunden in der Zwischenzeit so getrieben haben.

Selbständig zu sein war in vieler Hinsicht schön. Mit dem Homeoffice und der Motivation hatte ich nie Probleme. Im Nachhinein zeigt sich aber, dass ein wenig Self Care sicher nicht geschadet hätte.

Ich geh jetzt packen!

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