Review Work is not a Job

Ich habe ein Buch gelesen und möchte Euch davon erzählen.

Bondage, Nutellabrezen  und Twitter haben eines gemeinsam: Man versteht den Zauber erst, wenn man es mal ausprobiert hat. Bondage kenne ich persönlich nur vom Hörensagen und zu Nutellabrezeln kriege ich keinen ganzen Blogartikel zusammen. Deshalb beschäftigen wir uns heute mal mit Twitter.

Über Twitter spreche ich oft mit Nicht-Nutzern – zum Beispiel während der Social Media Workshops, die ich beim bfz Augsburg halte, oder mit Freunden. Viele verstehen den Zauber diese Social Networks überhaupt nicht. Deshalb zähle ich bei solchen Gesprächen auf, was ich schon alles durch Twitter erlebt habe:

  • Ich habe neue Freunde in Augsburg gefunden (legendär, das Twittertreffen auf dem Bismarckstraßenfest!!!).
  • Ich habe einen neuen Kunden gefunden, bzw. wurde von meinem Kunden durch meine Tweets entdeckt.
  • Ich habe von Geschichten und Nachrichten erfahren, bevor sie durch die Massenmedien aufgegriffen wurden (Beispiel: Fall Mollath).
  • Ich habe durch viele engagierte Frauen auf Twitter den modernen Feminismus kennengelernt und verstanden, was Rapeculture ist.
  • Ich bekomme regelmäßig spannende Linktips.
  • Ich finde Buchempfehlungen in meiner Timeline.

Im Fall von Work is not a Job war es so, dass ich der Autorin Catherina Bruns auf Twitter schon gefolgt bin – aus welchem Grund weiß ich gar nicht mehr. Jedenfalls gab es da plötzlich diesen Tweet: „Mein Buch ist fertig“ (oder so ähnlich). Der Titel hat mich gleich angesprochen. Aber da war dann grad dieses winzige Baby bei uns zuhause und ich habe Bücher übers Stillen gelesen. Deswegen habe ich mich Work is not a Job nicht gleich gekauft, denn der SUB (wie die Buchblogger ihren Stapel ungelesener Bücher gerne nennen) ist bei mir auch ziemlich hoch.

Foto vom BuchcoverDoch immer wieder haben Twitterer aus meiner Timeline das Buch empfohlen und sich sehr positiv darüber geäußert. So habe ich mir letztendlich vor 2 Wochen Work is not a Job dann doch im Buchladen meines Vertrauens (ein echter Laden mit Eingangstür und richtigen menschlichen Verkäufern) gekauft.

Das war eine lange Vorrede, aber als echte Social-Media-Bloggerbraut muss ich natürlich meinem Thema ein bisschen treu bleiben...

Der erste Eindruck von Work is not a Job

Ich war ein wenig überrascht, dass es dieses Buch in zwei Farben zu bestellen gibt. In grün und in pink. Der Sinn davon erschließt sich mir nicht so ganz. Muss aber auch nicht.

Direkt positiv aufgefallen sind mir die vielen Illustrationen von Sinnsprüchen und Tipps. Klingt vielleicht abschreckend ist aber ganz und gar fein. Denn sie lockern nicht nur den Text auf, sondern sind auch wirklich nett anzuschauen. Und das wiederum führt dazu, dass man sich die Texte auch merkt und vielleicht eher zu Herzen nimmt. Dieser Aufbau mit den zahlreichen Kapiteln und den Grafiken erinnert mich stark an REWORK von Jason Fried und David Heinemeier Hasson. Aber auch das ist ok. Schließlich

"your work is your message to the world. make sure it's inspiring."

darf man sich auch als Autor inspirieren lassen.

Der Inhalt von Work is not a Job

Das Ziel von Catharina Bruns ist es, die althergebrachte Vorstellung von Arbeit so sehr aufzubrechen, dass der Leser sich traut, darüber nachzudenken, ob es vielleicht Arbeitsmodelle und Tätigkeitsbereiche gibt, die besser zu ihm passen würden. Sie macht Vorschläge und bringt Beispiele jenseits von langweiligen Festanstellungen, die (scheinbare) Sicherheit bedeuten und macht Mut, eigene Ideen auszuprobieren. Selbstverwirklichung ist dabei ein wichtiger Punkt, jedoch ist Work is not a Job trotzdem kein peinlicher Lebensratgeber, wie ihn vielleicht Oprah Winfrey empfehlen würde. Natürlich gibt es ab und zu auch mal ausgelutschte Sinnsprüche, aber die Mischung ist wirklich gut.

Darüber hinaus liest sich das Buch sehr schnell. Was bei mir als Leser hängen geblieben ist, ist eher eine aufgerüttelte, positive Stimmung, als die einzelnen (mehr oder weniger) konkreten Ansagen. Mir persönlich gefällt das gut. Obwohl ich mich in eigentlich fast allen Punkten selbst wiedererkannt habe (und deshalb jetzt wenig konkreten Handlungsbedarf sehe) war die Literatur für mich keineswegs verschwendete Zeit. Ich habe es genossen, dieses Buch zu lesen.

Für wen ist Work is not a Job geeignet?

Ich persönlich hatte beim Lesen schnell jemanden im Kopf, dem ich das Buch zum nächsten Geburtstag schenken werde. Jemand, der einen Stups gebrauchen kann, sich endlich beruflich selbst besser zu verwirklichen. Außerdem denke ich, dass jeder, der morgens keine Lust hat aufzustehen, weil er bei dem Gedanken an den eigenen Bürostuhl schon einen flauen Magen bekommt, dieses Buch gut gebrauchen kann. Ich glaube auch, dass man Work is not a Job auf dem Schreibtisch an eine prominente Stelle legen könnte um gegenüber Kollegen und Kunden ein Statement abzugeben...

Mein persönliches Fazit von Work is not a Job

Titel geil, Optik klasse, Text schnell zu lesen – dieses Buch hat mir Spaß gemacht. Ich habe mich aber auch auf Grund meiner eigenen beruflichen Laufbahn und Situation sehr wohl damit gefühlt. Catherina Bruns hat bei mir einen Nerv getroffen. Ich fühle mich in meiner Entscheidung über meine berufliche Zukunft bestätigt. Es wird sich nämlich bei meetshaus bald etwas ändern (Babypause ist vorbei, jetzt ist Zeit für etwas Neues). Details gebe ich bald hier bekannt. Ich sage: Dieses Buch weckt das Beste in Dir. Kaufen!

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