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Nicht reden, machen! - Session von Johnny und Tanja Haeusler #Medienkompetenz

Eine waghalsige 180°-Drehung wollte ich schon immer mal miterleben. Laut Programmheft kann man dies dieses Jahr bei Johnny und Tanja. Ich zitiere: 2013 trugen Tanja Haeusler und Johnny Haeusler auf der re:publica unter dem Titel „The Kids are Alright“ eine Tirade über das Bildungssystem und den gesellschaftlichen Umgang mit digital aufwachsenden Jugendlichen vor. Ihr Vortrag endete mit der Forderung nach „Applaus für diese Jugend“. Zwei Jahre später knüpfen die beiden unter Einsatz einer waghalsigen 180°-Drehung hier nahtlos an.

Wenn jemand was Gutes über die digitale Jugend zu sagen hat, dann bin ich da natürlich dabei. Unser Kind ist gerade mal 20 Monate alt, und selbstverständlich wird von unseren Freunden angenommen, dass er schon mit einem iPhone umgehen kann. Ja, wir sind zwar medial durchaus aufgeschlossene Eltern, aber das geht mir dann doch ein bisschen zu weit. Im Moment heißt das Telefon bei unserem Kind "Maus" oder "E-Fant", weil wir mit ihm YouTube-Videos von der Sendung mit der Maus gucken.

Rückblick und Forderungen

Die Session von den Haeusslers hatte damals für großes Aufsehen gesorgt und die beiden waren plötzlich Aktivisten. In den zwei Jahren seitdem ist leider nichts passiert, obwohl die beiden sich überall den Mund fusselig geredet haben. Deswegen heißt es jetzt: Nicht reden, machen.

Zunächst wurden drei Forderungen formuliert:

  1. Informationen aus erster Hand
  2. Digitale Jugendkultur respektieren
  3. Kommunikation auf Augenhöhe

TINCON 27. bis 29 Mai 2016

Tanja und Johnny nutzen ihre Session, um eine neue Jugendkonferenz für digitale Kinder anzukündigen: www.tincon.org - alle bitte jetzt folgen und Fans werden. Man kann auch spenden und seine Hilfe anbieten. Ein paar Medienpartner und Förderer gibt es schon.

Die Beschreibung zur Session gibt es hier, den Mitschnitt hier und die Speaker findet Ihr hier: Johnny und Tanja Häusler

Eine kleine Anekdote dazu noch am Rande: Ich habe bei den Steckdosen den jungen Lehrer @legereaude kennengelernt, der sich auch für die Medienkompetenz von Kindern engagiert und daran arbeitet, die Schulen zu befähigen, hier Kompetenz zu vermitteln. Er hat mir die Strory von @phwampfler erzählt, dass es Jugendliche gibt, die auf Beerdigungen Selfies vom Friedhof posten. Die erste Reaktion darauf ist Abscheu und der Vorwurf von Pietätlosigkeit. Doch wenn man darüber nachdenkt, so ist es doch einfach nur die Trauer, die sich innerhalb des eigenen Erlebenshorizontes. Man könnte sogar das Friedhof-Selfie als Teil des Trauerprozesses sehen. Diese kleine Geschichte zeigt, wie wichtig die Forderung Nummer 2 ist - Respekt. Digitale Jugendkultur gibt es und wir müssen damit umgehen. Am besten tun wir das, indem wir mit den Kindern reden.