Selbstorganisation

An Selbstständige, die im Home Office arbeiten, ist, wird oft die Frage gestellt, wie sie sich motivieren und organisieren. Denn Viele können sich einfach nicht vorstellen, dass man Zuhause tatsächlich produktiv sein kann.

Ich habe mittlerweile fast 3 Jahre Home-Office-Erfahrung gesammelt und kann sagen: Für mich ist diese Arbeitsform gut geeignet. Doch damit das so bleibt, halte ich bestimmte Regeln ein. Ich achte darauf, dass ich mehrmals pro Woche außerhalb der eigenen vier Wände arbeite. Außerdem verabrede ich mich zu Terminen grundsätzlich etwas weiter entfernt von meiner Wohnung, damit ich gezwungen bin, das Haus zu verlassen. Ausschließlich am eigenen Schreibtisch, im eigenen Arbeitszimmer, zu sitzen würde ich nicht aushalten.

Zu meinem Arbeitsalltag habe ich ein paar Notizen gemacht, die anderen Home-Workern vielleicht helfen...

Nicht immer sofort reagieren

Menschen können warten, man muss sie nur dazu erziehen. Ich gewöhne meine Kunden gar nicht erst daran, dass ich innerhalb von Minuten auf Mails antworte. Wirklich dringende Notfälle gibt es bei in meinem Arbeitsfeld ohnehin nicht (schließlich verkaufe ich keine Herz-Lungen-Maschinen). Viele Anfragen können in der Regel ein paar Stunden oder Tage warten.

Wenn ein "Notfall" auftritt (z.B. ein fieser Kommentar auf Facebook) und eine schnelle Reaktion erforderlich ist, dann bin ich in der Regel für meine Kunden per Telefon gut zu erreichen. Doch über die allermeisten Vorfälle werde ich als Administrator ohnehin informiert und kann meistens reagieren, bevor der Kunde selbst etwas mitbekommt.

Mein System funktioniert aber nur, weil keine Informationen verloren gehen. Bei mir bekommt WIRKLICH JEDER eine Antwort auf seine E-Mail - nur eben nicht sofort. Andersherum darf ich natürlich auch nicht erwarten, dass ich innerhalb von Minuten eine Antwort bekomme.

Arbeitsphasen planen

Ich habe nicht nur einen Kunden, sondern mehrere. Natürlich sammeln sich in meinem E-Mail Posteingang täglich die verschiedensten Mails zu den unterschiedlichen Projekten. Würde ich die E-Mails chronologisch abarbeiten, dann würde ich den ganzen Tag damit zubringen, zeitraubend zwischen den Projekten hin- und her zu hüpfen. Das ist ineffizient und gegen Ineffizienz habe ich eine ganz fiese Allergie.

Ich gehe so vor, dass ich ab und zu die neuen E-Mails sichte und entscheide, zu welchen Projekt sie gehören. Entweder sie werden dann sofort in den entsprechenden Ordner abgelegt oder sie erhalten die entsprechende farbliche Markierung. Kunde A = rot, Kunde B = blau usw. So kann ich dann bequem die Mails nach Projekten sortieren und mit einem Aufwasch alle Nachrichten zu einem Thema beantworten.

Dieses System ist vor allem dann interessant, wenn nach Stunden abgerechnet wird, denn ich kann mich dann ausschließlich auf die Mails konzentrieren, die für ein bestimmtes Projekt relevant sind und blende alle anderen Nachrichten aus. Das ist meiner Meinung nach fair für meine Kunden.

Ablenkung ist o.k.

Manchmal gibt es einfach Phasen, in denen es mit der Kreativität nicht so gut klappt. Das ist aber auch ok. Niemand ist 8 Stunden am Stück super-effizient und mega-kreativ. Ich auch nicht.

Wenn es einfach mal nicht so richtig voran gehen will, dann verlasse ich den Schreibtisch, anstatt stundenlang von einer Pobacke auf die andere zu hibbeln. Ich räume dann die Spülmaschine aus, stricke ein paar Reihen, kümmere mich um die Wäsche oder laufe zum Bäcker. Wenn man etwas ganz anderes macht, dann reichen oft kurze Pausen und Ablenkungen. Nach 15 Minuten kann ich dann gleich wieder völlig erfrischt weitermachen.

Schöner Nebeneffekt: Wenn es im Haushalt voran geht, dann macht das auch gute Laune. Und mit guter Laune kann man gleich viel besser arbeiten - keine Frage.

Was sind Eure Home-Office-Erfahrungen?