So sieht mein Wunschkunde aus

Ich habe hier noch einen Beitrag zu einer Blogparade, die schon Mitte 2013 stattfand. Wegen dem Baby und so, habe ich meinen eigenen Beitrag lange vor mir her geschoben, aber das Thema gefällt mir so gut, dass ich meinen Artikel jetzt unbedingt noch nachliefern muss. Voilá.

Beiträge zu anderen Blogparaden.

In unseren Kreisen (Dienstleister mit Schwerpunkt "Internet") ist es relativ üblich, über seine Kunden zu lästern. Bei einem Bier die dummen Fragen zu wiederholen, die einem im letzten Termin gestellt wurden, sorgt zuverlässig für Gelächter und kommt bei den Kollegen gut an. Doch, ehrlich gesagt, habe ich noch nie darüber nachgedacht, wie eigentlich mein perfekter Kunde sein müsste. Es ist einfach so komfortabel nur zu lästern... Nun, das will ich heute ändern. Mal sehen...

Wie finde ich meinen Wunschkunden?

Das Unternehmen

Mein Geschmack sind kleine, mittelständische Unternehmen, die ein attraktives Marketingbudget haben... hehe.

Dein, im Ernst. Ich mag es, wenn es persönlich zugeht (was nicht heißt, dass man sich grundsätzlich duzen muss). Es wäre schön, wenn es sich um ein Produkt handelt, das nicht total ausgelutscht ist (Der 1000ste Onlineshop für Accessoires) oder das furchtbar kompliziert ist (vegane Hausschuhe, mit denen man auch sein Handy aufladen kann, aber nur, wenn man sich gerade im Ausland befindet) oder das einfach nicht für klassisches Social Media Marketing geeignet ist (Spezialmaschinen für Tiefbau).

Ich träume von einem Kunden, der ein Produkt anbietet, das irgendetwas Neues und Trendiges an sich hat, das viele Verbraucher brauchen (und immer wieder kaufen), von dem man Fan werden kann, das aber nicht allzu teuer ist. Es sollte möglich sein, ab und zu mal ein Exemplar zu verlosen oder zu verschenken.

Was noch? Ich komme gut zurecht, wenn ich mich einigermaßen mit der Zielgruppe identifizieren kann. Ich habe eine große Vorstellungskraft und auch die passende Ausbildung, mich in Käufergruppen einzufühlen. Aber bei Briefmarkensammlern, Hundezüchtern oder Glasbläsern stoße ich an meine Grenzen.

Der Ansprechpartner

Ich wünsche mir einen Ansprechpartner, der für Fragen zur Verfügung steht, ohne genervt zu sein. Einen Ansprechpartner, der mir freiwillig und selbstständig davon berichtet, was gerade im Unternehmen passiert (neue Produkte in Planung, Werbeaktionen, 50 jähriges Firmenbestehen...). Am allerschönsten wäre es, wenn wir auch mal gemeinsam Brainstormen könnten und es dabei möglich ist, dass ich auch einige Ideen verwerfen darf, weil sie EINFACH KEINEN SINN MACHEN.

Das Material

Ich wünsche mir einen Kunden, der ein Smartphone hat - und auch damit umgehen kann. Es gibt so viele Gelegenheiten, bei denen man schnell mal ein Foto schießen und dieses dann in einen netten Beitrag verpacken kann. Doch die meisten dieser Gelegenheiten verstreichen einfach ungenutzt - weil niemand daran denkt.

Abgesehen davon wäre es toll, wenn ich im Vorfeld über geplante Werbeaktionen informiert werde, wenn ich Zugriff auf Grafiken (Logos, Bildwelten) habe und wenn es einen Grafiker gibt, der eventuell auch mal fix etwas zusammenbasteln könnte.

Das Know How

Ehrlich gesagt, brauchen meine Kunden gar nicht sooooo viel über das Thema Onlinemarketing zu wissen. Denn in den meisten Fällen handelt es sich um gefährliches Halbwissen, das nur zu Diskussionen führt. Ich bin in meinem Job darauf angewiesen, dass meine Kunden mir vertrauen. Das geht deshalb, weil alles, was ich tue nachvollziehbar ist - entweder weil es ohnehin öffentlich ist, oder weil ich ein umfangreiches Reporting erstelle. Doch bis die ersten Zahlen und Daten verfügbar sind und die Kunden sich selbst ein Bild von meiner Arbeit machen können, vergeht mindestens ein - vergehen eher zwei Monate. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Das ist nun mal so. Und darauf müssen sich beide Seiten einlassen. Ich brauche bei jedem Auftrag etwa 6 Wochen Vertrauensvorschuss. Je weniger Know-How beim Kunden selbst vorhanden ist, desto schwerer fällt das.

Grund zur Beschwerde habe ich aber im Moment eigentlich ohnehin nicht ;) An dieser Stelle geht ein Gruß an die, die in den letzten Wochen Rechnungen von mir bekomen haben...

Ich bin auf diese Blogparade durch den Beitrag von Christian Müller aufmerksam geworden. Ein weiterer Beitrag kommt vom Initiator Sascha Theobald - hier findet man auch die anderen, zahlreichen Teilnehmer.

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