Social Media Marketing ist Handarbeit

Es gibt zahlreiche Dienste mit denen man Social Media-Profile miteinander verknüpfen kann. Das klingt im ersten Moment praktisch, hat aber ein paar entscheidende Nachteile. Ich schreibe hier, warum ich automatische Postings nicht gut finde.

Entgegen der landläufigen Meinung ist Social Media Marketing viel mehr ein Handwerksberuf, als viele glauben mögen. In meinem Job erledige ich täglich ganz viele verschiedene Sachen, passe mich ständig neuen Situationen an und gehe auf jeden Kontakt individuell ein.

Das macht Spaß und ist abwechslungsreich. Aber es macht eben auch viel Arbeit. Ich denke mir zum Beispiel oft für verschiedene Plattformen verschiedene Texte aus, die eigentlich das gleiche Aussagen. Ich überlege mir, um welche Uhrzeit ich welchen Beitrag veröffentliche. Und ich füge Links, Bilder und #Hashtags nach Bedarf einzeln ein.

Das ist meine Art, die Arbeit zu erledigen. Die andere Art ist: Automatisierung.

Social Media Marketing: schnell und uncool

Man kann mit verschiedenen Diensten seine Accounts bei Facebook, Twitter, Pinterest, Foursquare, Blogger, und allen möglichen anderen Diensten verbinden. Das klingt auf den ersten Blick wundervoll, denn man braucht sich endlich nicht mehr überall einzuloggen. Vielmehr postet man einen Beitrag einmal und er erscheint dann überall.

Doch warum ist das uncool?

  1. Medienmix - Internetnutzer finden es ungemütlich, ständig zwischen verschiedenen Diensten hin- und her zu wechseln. Ein wichtiger Grund dafür ist der Aufbau von Smartphones. Wer mit dem Rechner surft, kann problemlos zuwischen Facebook und Twitter wechseln, da alles innerhalb eines Browsers stattfindet. Wer über ein Smartphone diese Dienste nutzt, muss theoretisch zwischen mehreren Apps wechseln - was praktisch gesehen sehr umständlich ist und letztendlich keinen Spaß macht. Wer automatisiert Facebook-Postings auf Twitter veröffentlicht sperrt automatisch alle Smartphone-User aus. Weil diese Gruppe aber ständig wächst, schneidet man sich als Social Media Nutzer damit nur selbst ins Fleisch.
  2. Gekürzte Texte - Besonders nervig ist, dass die Facebook-Nachrichten in der Regel zu lang für einen Tweet sind, so dass sie automatisch verkürzt werden. Das bedeutet, dass ein Twitterer zwar die ersten paar Worte liest, den Rest der Nachricht aber schlicht nicht sehen kann. Auf Dauer ist das frustrierend!

    Es gibt deshalb verschiedene Soziale Netzwerke, weil es unterschiedliche Bedürfnisse gibt. Ich persönlich finde es ganz schön unhöflich, Twitterer mit Facebook-Nachrichten zu nerven. Die User entscheiden sich bewusst für einen Dienst. Facebook-Nachrichten auf Twitter sind nervig.

    Plattformen sind unterschiedlich, die Nutzer sind unterschiedlich und die Erwartungen sind unterschiedlich. Ich finde, dass diese Grafik das recht gut auf den Punkt bringt. Etwas ernster wird das Thema Unterschiede bei Sozialen Netzwerken hier angegangen.

    Wir halten fest: Die Verknüpfung der Accounts nützt eigentlich nur dem Social Media Manager. Für den Rezipienten ist sie furchtbar.

    Social Media Marketing: liebevoll und individuell

    Für mich ist es ein Qualitätsmerkmal für Social Media Marketing, wenn jeder Kanal einzeln befüllt wird - und zwar nur die Kanäle, die auch für das jeweilige Unternehmen passend sind. Bei meetshaus wird es kein automatisches Teilen geben. Versprochen.

    Ergänzung am 7. Februar 2014: Ich habe ein paar Beispiele für mistige Automatisierung auf Twitter gefunden und darüber gebloggt: Twitter falsch verstanden.

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