Social Media: Wer macht die Arbeit?

Mit dem Entschluss, sich als Unternehmen in Sozialen Netzwerken zu engagieren, ist es nicht getan. Es gilt die Entscheidung zu treffen, wer die Arbeit mit den Netzwerken im Alltag dann tatsächlich ausführt. Einige Ideen dazu...

Ich kann gar nicht oft genug erklären, wie die Netzwerkarbeit mit Social Media im praktischen Arbeitsalltag aussieht. Leider haben viele Unternehmen, mit denen ich spreche, falsche Vorstellungen davon, wie viel Arbeit eigentlich in einer Facebook Fanseite oder einem Twitteraccount steckt. Viele haben sich dazu auch noch gar keine Gedanken gemacht. Ich möchte hier einhaken.

Die Voraussetzung: Erfahrung, Lust und Neugier

Meiner Erfahrung nach, kann man niemanden dazu zwingen, eine Fanseite oder einen Twitteraccount zu betreuen. Ein Mitarbeiter, der im Moment nicht ausgelastet ist, ist nicht automatisch auch dazu geeignet, das Unternehmen in den Sozialen Netzwerken zu vertreten.

Warum? Nun, ich habe festgestellt, dass es ohne Erfahrung unmöglich ist, professionell mit diesen Netzwerken zu arbeiten. Wer privat Facebook nicht nutzt, dem wird es unglaublich schwer fallen, sich dort als Firma angemessen zu präsentieren. Das liegt an zwei Dingen:

  • Facebook ist kompliziert, weil es so viele Funktionen gibt. Für Neueinsteiger ist das eine große Hürde. Viele Nutzer reagieren deshalb ängstlich. Es kann aber auch passieren, dass aus Unwissenheit großer Schaden angerichtet wird, der womöglich rechtliche Konsequenzen hat. Stichwort: Abmahnung.
  • Für die Kommunikation in Social Media braucht man Erfahrung. Wer nicht selbst Follower und Fan ist, der weiß nicht, wie man andere als Follower und Fans gewinnen kann, welcher Umgangston angemessen ist und welche Themen gut funktionieren.

Es fehlt einfach an einem grundsätzlichen Verständnis. Ich kann das behaupten, weil ich in meiner Beratertätigkeit schon vielen erklärt habe, wie sie eine Facebook Fanseite aufbauen. Durch die ersten drei Fragen, die mir gestellt werden, kann ich schon erkennen, ob die Fanseite ein Erfolg wird, oder nicht.

Die besten Social Media-Mitarbeiter sind also diejenigen, welche die Netzwerke auch privat nutzen. Hier steht fest, dass eine gewisse Begeisterung für diese Medien vorhanden ist. Die Einarbeitungszeit ist kurz und die Ideen kommen von alleine.

Wenn eine Firma niemanden hat, auf den so eine Beschreibung passt, bleibt immer noch die Möglichkeit, sich einen Profi mit an Bord zu holen. Aber auch dann verbleibt noch einiges an Arbeit im Unternehmen. Ich habe auch dazu schon mal gebloggt: Guten Tag, ich bin kein Zauberer

Learning by Doing

Wie man oben bereits herauslesen konnte, bin ich der Meinung, dass man Social Media einfach machen muss, um Erfahrung zu sammeln. Das bedeutet aber nicht nur, dass der Social Media Beauftragte ein paar Essensfotos auf Instagram hochlädt oder ab und zu mal irgendwo auf "Gefällt mir" klickt. Nein, dazu gehört mehr.

Wer sich für das Thema Social Media interessiert, der sollte selbst mal eine Fanseite aufbauen oder zumindest versuchen, bei einer Fanseite Administrator zu werden. Es ist einfach wichtig zu wissen, wie Facebook Hinter den Kulissen funktioniert. Welche Möglichkeiten man als Seitenandministrator hat, welche Zahlen und Informationen man erhält und wie man diese für die Verbesserung der Strategie nutzt.

Ich habe in meinem Alltag mit vielen Praktikanten zu tun, denn bei zwei meiner Auftraggeber sind immer viele junge Menschen, die in die Werbewelt hineinschnuppern wollen. Wer die oben genannten Voraussetzungen erfüllt, der wird von mir zum Administrator der jeweiligen Firmenseite gemacht. Die ersten Klicks sind dann für mich immer ganz spannend zu beobachten...

Schnell stellt sich dann heraus, ob der jeweilige Praktikant selbst Themenvorschläge bringt und wie gut seine Beiträge zur jeweiligen Firmenkommunikation passen. Häufige Fehler sind:

  • Es werden gar keine Beiträge geschrieben
  • Die Beiträge sind viel zu lang
  • Die Beiträge sind unverständlich (Ironie, Insiderwitze, Fachbegriffe)

Die beste Taktik

Ausprobieren möglich machen, aber Hilfe und Aufsicht geben - das ist meine Devise. Eventuell lohnt es sich vorübergehend einen externen Berater zu buchen der Starthilfe gibt. Langfristig muss die Kompetenz aber im Unternehmen aufgebaut werden.

Social Media erschließen sich nur durchs Tun - dieser Ansicht ist auch Christian Müller, Social Media Coach und Blogger.