Starte einen Blog

Gestern wurde ich mal wieder nach Blogging-Tipps gefragt.

Eine liebe Arbeitskollegin von mir möchte damit beginnen, einen eigenen Blog zu schreiben. Sie hat mich um ein paar Tipps gebeten. Am Freitagnachmittag mit Kopfschmerzen im Berufsverkehr habe ich ihr auf dem Heimweg das Wichtigste erzählt. Nachdem die Ibuprofen endlich gewirkt hat, dachte ich mir: Das kann ich noch besser. Deshalb hier meine 5 Tipps für den Blog-Start.

1. Das Thema

 Die schwierigste Frage steht am Anfang: Worüber werde ich schreiben? Meiner Erfahrung nach gibt es zwei Arten von Bloggern:

  1. Der Es-Muss-Raus-Blogger hat das dringende Bedürfnis, seine Gedanken der Welt mitzuteilen. Ihm ist (zumindest am Anfang) die Optik seines Blogs weitgehend egal. Hauptsache es gibt ein Eingabefeld für den Text. Der Blog ist das Tagebuch.
  2. Der Ich-Möchte-Bloggen-Blogger findet das Internet geil und möchte auch mitmachen. Er wird mehr planen und erstmal ein Design anlegen, bevor er den ersten Text schreibt. Der Blog ist die Visitenkarte.

Welcher Blogging-Typ bist Du?

Wer langfristig eine gute Platzierung in den Suchmaschinen erreichen möchte, sich in der Community einen Namen machen und irgendwann auch mal Geld verdienen möchte, der sollte sich auf ein Thema konzentrieren, beispielsweise Eichhörnchen. Das bedeutet nicht, dass wirklich jeder einzelne Artikel sich ausschließlich mit dem Paarungsverhalten oder dem Winterschlaf der Eichhörnchen befassen muss. Man kann auch mal über die Kastanienernte schreiben oder über die neue Waldschutzverordnung. Die Tendenz sollte erkennbar sein. Das ist für die menschlichen Leser genauso angenehm wie für die Roboter, die von den Suchmaschinen vorbei geschickt werden.

2. Die Technik

Einen neuen Blogartikel verfassen - RedaktionsoberflächeWenn man keinen eigenen Programmierer zur Hand hat, dann hilft hier Tante Google. Schau Dich einfach mal nach Blogging-Tools um. Die Bekanntesten (und kostenlosen) sind Wordpress und Blogspot. Es gibt aber auch noch andere. Überlege Dir, welche Funktionen für Dich wichtig sind. Wenn Du langfristig mit Deinem Blog auch Geld verdienen und professionell auftreten möchtest, dann lohnt es sich ein paar Euro zu investieren, um eine eigene Domain zu sichern. Zur Erklärung ein Beispiel:

  • Kostenfrei: Domainname.wordpress.de oder Domainname.blogspot.com
  • Kostenpflichtig: Domainname.com oder Domainname.de

Ich habe, zusammen mit dem Potzenheimer, ein eigenes Blog-Tool entwickelt.

3. Schreiben

Ich persönlich finde es immer gut, wenn lange Texte unterbrochen werden - zum Beispiel durch Zwischenüberschriften, Aufzählungen und Bilder. Vor allem bei Texten, die am Bildschirm gelesen werden, ist das enorm wichtig, weil es dem Leser hilft, die Zeilen zu behalten und sich im Text zu orientieren. Das versuche ich beim Schreiben immer zu beachten.

Bei Bildmaterial muss man natürlich auf das Urheber- und Nutzungsrecht achten. Da ich kein Jurist bin, möchte ich hier gar nicht viel dazu sagen. Das können andere besser. Meine Empfehlung lautet jedoch: Bilder am besten selbst produzieren. Dann seid Ihr in der Regel auf der sicheren Seite.

4. Social Media

Interessierte Leser sollten die Möglichkeit haben, den neuen Blog zu abonnieren. Denn kaum jemand checkt regelmäßig Blogs via Browser, um zu sehen, ob es neue Texte gibt. Vielmehr haben sich die Internetpeople daran gewöhnt, Informationen geliefert zu bekommen. Das bedeutet: Biete eine Fanseite zu Deinem neuen Blog an, damit Deine Leser im Facebook Newsstream sehen, sobald es etwas Neues gibt. Pflege einen Twitter-Account, damit mach auch hier über die neuen Artikel informiert wird und checke, ob das Abonnieren von RSS-Feeds bei Deiner Bloginstallation möglich ist. Mach es den Lesern leicht, Dir zu folgen.

5. Netzwerk

Natürlich gibt es die Blogger, die aus reinem Idealismus schreiben. Aber ich denke, dass die Mehrzahl schon auf die Zugriffszahlen und die Anzahl der Kommentare schaut. Wenn man ein Publikum hat, macht die Show einfach mehr Spaß. Doch wie bekommt man Publikum?

Natürlich braucht es gute Texte und Bilder. Das ist die Voraussetzung für alles. Doch darüber hinaus, muss man sich eben auch bekannt machen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wichtig ist, dass man sich ein Netzwerk aufbaut. Das kann entweder in Bezug auf das Thema mit dem eigenen Blog verknüpft sein oder in Bezug auf die Region. In jedem Fall sollte man sich mit anderen Bloggern zusammentun!

  • Teilnahme an einer Blogparade
  • Inhalte anderer Blogger in eigenen Texten Kommentieren/Ergänzen
  • Andere Blogger empfehlen

Wenn man das alles mit etwas Liebe, viel Freundlichkeit und Respekt macht, wird man ziemlich sicher von den anderen Bloggern auch erwähnt und verlinkt. So kann man von deren Lesern profitieren und sich langsam aber sicher einen guten Stamm von interessierten Lesern aufbauen.

6. Spaß haben

Ohne Spaß geht es nicht. Wer nicht gerne schreibt, der sollte die Finger davon lassen. Ganz einfach. Nur weil es zur Zeit schick ist, seinen eigenen Blog zu haben, heißt das nicht, dass plötzlich auch jeder ein guter Autor ist. Die Kosten fürs Bloggen sind gering. Man sollte es einfach ausprobieren.

Ich habe neulich von den sog. Ironbloggern gehört. Die haben sich dazu verpflichtet mindestens einmal pro Woche einen Artikel zu schreiben, sonst müssen sie Strafe zahlen. Keine Ahnung wer das überwacht und was mit dem Geld dann passiert Aber das finde ich richtig blöd. Das führt nur dazu, dass das Internet mit Pseudo-Texten vollgemüllt wird und liebloser Quatsch entsteht. Wenn einem nichts einfällt oder man keine Zeit hat, dann ist das eben so.

Ich bin gespannt, wann meine Kollegin Ihren Blog öffentlich macht. Natürlich werde ich ihn dann hier auch vorstellen!