Vereinbarkeit: Wie man mit Job und Kind stressfrei den Tag übersteht – Teil 2

Heute erzähle ich Euch, wie meine Reise in ein stressfreies Leben mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf weitergeht.

Schluss mit dem Spagat: Felicitas RichterIn der letzten Ausgabe: Wie man mit Job und Kind stressfrei den Tag übersteht – Teil 1 habe ich meine Aktivitäten-Landkarte angelegt. Schauen wir mal, welche Aufgaben mich in Teil 2 dieses Vereinbarkeits-Ratgebers erwarten.

Die Stressfalle

Im zweiten Teil von „Schluss mit dem Spagat“ geht es darum, wie man mit dem Stress klarkommt. Im Gegensatz zu vielen anderen Ratgeber-Autoren, die sich auf Zeitmanagement und Aufgabenverteilung konzentrieren, setzt Felicitas Richter auf eine Änderung bei der inneren Einstellung. Mir persönlich liegt diese Betrachtungsweise sehr und ich habe sie auch ohne dieses Buch schon beherzigt. Für andere Leser kann das aber sicher eine sehr hilfreiche Anregung sein.

Das Prinzip simple present

Im Grunde geht es darum, dass man sich immer nur auf die eine Sache konzentriert, die man in diesem einen Moment gerade tut. Die lange Liste der weiteren Tagesaufgaben bleiben dabei (gedanklich) ebenso außen vor, wie der Versuch, die aktuelle Aufgabe schneller zu erledigen, um womöglich mehr Zeit für Anderes zu haben.

Der Effekt ist, dass man aus gut und ruhig ausgeführten Aufgaben mehr innere Befriedigung zieht, als aus hastig nebenbei erledigten. So entsteht am Ende des Tages ein gutes Gefühl - auch, wenn nicht alles geschafft wurde. Langfristig fühlt man sich selbst dadurch besser und das Stresslevel sinkt.

Ganz nebenbei ist das natürlich auch gerade für Eltern ein wichtiger Punkt. Wenn man sich für einen bestimmten Zeitraum mit ungeteilter Aufmerksamkeit dem Kind widmet, fällt es danach leichter, dem Kind klar zu machen, dass es jetzt erst einmal warten oder sich selbst beschäftigen muss.

Eines nach dem anderen, jedes zu seiner Zeit

Ich selbst gehe schon seit etlichen Jahren so vor. Konkret macht sich das zum Beispiel bemerkbar, dass ich versuche, immer alles mit vollster Aufmerksamkeit zu tun. Ein Beispiel: Bei einem Treffen mit Freunden hat das Smartphone nichts zu suchen.

Ein anderer Trick ist, dass ich Aufgaben dann erledige, wenn ich gerade Lust darauf habe. Da kann es schon mal sein, dass sich tagelang die Wäsche stapelt, bevor ich sie zusammenlege. Aber wenn ich das dann mit Lust (und der passenden Serie auf Netflix) mache, geht es mir so schnell von der Hand, dass ich mir am Ende sogar Zeit gespart habe. Deshalb kann ich selbst durch diese eigentlich lästige Aufgabe ein gutes Gefühl bekommen. So mache ich das auch mit der Gartenarbeit und dem Papierkram.

Nein sagen

Ein selbstbewusstes "Nein" kommt den wenigsten Menschen leicht von den Lippen. Loyalität, Ehrgefühl und Gewohnheit stehen uns oft dabei im Weg, unliebsame Aufgaben abzugeben oder gar nicht erst anzunehmen. Richter erklärt in ihrem Ratgeber, wie man das „Nein“-Sagen übt und dem anderen gleichzeitig auch einen Ausweg bzw. eine Reaktionsmöglichkeit lässt. So werden Folgekonflikte so gut wie möglich vermieden, wodurch das Einnehmen einer klaren Position dann auch beim nächsten mal leichter fällt.

Das Buch Schluss mit dem Spagat von Felicitas Richter ist bei südwest erschienen. Es umfasst 208 Seiten und kostet 17,99 €. Wir danken dem Verlag für die Bereitstellung eines kostenlosen Rezensionsexemplares.